Wir fordern die Kastrationspflicht


Wir fordern die Einführung zur Kastrations- und Kennzeichnungspflicht von Freigängerkatzen/Katern in der Kreisstadt Unna!

 

Bereits im Jahr 2011 forderte der TSV Unna die Einführung der Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Freigängerkatzen/katern. Diese Forderung wurde aber abgelehnt mit den folgenden Begründungen:

 

- Aufgrund der unklaren Gesetzeslage. Zu diesem Zeitpunkt musste eine solche Kastrationspflicht mit Gefahrenabwehr begründet werden, und dieses war durchaus juristisch anfechtbar.

 

Aber mit der Novellierung des Tierschutzgesetzes ist dies nun keine Ablehnungsgrund mehr, denn dieses besagt folgendes:

 

Tschg § 13b

 

Die Landesregierungen werden ermächtigt, durch Rechtsverordnung zum Schutz freilebender Katzen bestimmte Gebiete festzulegen, in denen

1.

an diesen Katzen festgestellte erhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden auf die hohe Anzahl dieser Tiere in dem jeweiligen Gebiet zurückzuführen sind und

2.

durch eine Verminderung der Anzahl dieser Katzen innerhalb des jeweiligen Gebietes deren Schmerzen, Leiden oder Schäden verringert werden können.

 

In der Rechtsverordnung sind die Gebiete abzugrenzen und die für die Verminderung der Anzahl der freilebenden Katzen erforderlichen Maßnahmen zu treffen. Insbesondere können in der Rechtsverordnung

1.

der unkontrollierte freie Auslauf fortpflanzungsfähiger Katzen in dem jeweiligen Gebiet verboten oder beschränkt sowie

2.

Eine Kennzeichnung und Registrierung der dort gehaltenen Katzen, die unkontrollierten freien Auslauf haben können, vorgeschrieben werden.

 

Eine Regelung nach Satz 3 Nummer 1 ist nur zulässig, soweit andere Maßnahmen, insbesondere solche mit unmittelbarem Bezug auf die freilebenden Katzen, nicht ausreichen. Die Landesregierungen können ihre Ermächtigung durch Rechtsverordnung auf andere Behörden übertragen.

 

- Desweiteren konnten keine Zahlen für eine freilebende Katzenpopulation ermittelt werden.

 

Dieses Argument kann man so nicht gelten lassen, da es absolut irrelevant ist, ob die Stadt nun 1 unkastriertes Katzenpärchen hat oder mehrere, da alleine 1 unkastriertes Katzenpaar innerhalb von 3 Jahren 382 weitere Katzen zu verantworten hat, wobei diese These nur von 2,8 überlebenden Katzen ausgeht.

 

Das heißt im Klartext, das seit der Ablehnung des Antrags 2011 wir nun im Jahre 2014 (3 Jahre später) eine weitaus höhere Katzenpopulation haben, als es noch 2011 der Fall war.

 

Mehr als 70 Städte in NRW haben dieses Gesetzt bereits erlassen, darunter auch unsere Nachbarstadt Fröndenberg, da diese das Problem erkannt haben und Abhilfe schaffen wollen.

 

Grade zur Stadt Unna gehören viele ländliche Gebiete wie Lünern, Hemmerde, Stockum etc. wo sich Katzen im rasenden Gang vermehren können. Auch ein Grund dafür, die vielen freilebenden Katzen auf den diversen Bauernhöfen, die hier noch sehr verbreitet sind. Natürlich zählen auch die Industriegebiete in und um Unna zu Katzenparadiesen.

 

Natürlich ist nicht nur der Aspekt der Population ausschlaggebend für die Einführung der Kastrations- und Kennzeichnungspflicht, sondern auch der Aspekt Krankheiten.

Eine Katze wirft in der Regel bis zu 6 Welpen, wovon aber statistisch nur 2,8 überleben. Ansteckende Krankheiten wie Katzenaids (FIV), Katzenschnupfen, Katzenseuche, Giardien uvm., spielen dabei eine große Rolle.

Nicht zu vergessen ist hierbei, dass unsere Hunde sich beim Spaziergang auch mit Krankheiten anstecken können wie z.B Giardien, durch fressen oder lecken des Kotes eines erkrankten Tieres.

 

Auch ein Grund für unsere Forderung zur Einführung des Gesetztes ist, dass wir tagtäglich Hilferufe bekommen von Menschen, deren Freigängerkatze Nachwuchs bekommen hat und die Besitzer nicht wissen, wohin mit ihnen.

 

Leider entdecken wir ebenfalls bei unserer Recherchearbeit im Internet,
bei diversen Vermittlungsportalen wie z.B ebay Kleinanzeigen, Quoka, meine Tierwelt etc.,
dass Menschen sich von ihren Freigängerkatzen/katern trennen müssen, diese aber nicht kastriert sind und somit auch wieder weitere Populationen ausgelöst werden.

 

Nicht zu verachten ist auch die Gefahr für Tier und Mensch, wenn der unkastrierte Kater auf Brautschau geht. Dadurch erweitern Kater ihr Revier um das Dreifache.
Sie rennen achtlos im Hormonwahn über stark befahrene Straßen um eine rollige Kätzin zu finden. Dabei entstehen natürlich unweigerlich Gefahrensituationen für die Autofahrer, da es nun mal bei vielen Menschen im Reflex liegt, zu Bremsen oder gar das Lenkrad herumzureissen. 😦

 

Einige Menschen schreckt bei diesem Gesetz möglicherweise die entstehenden Kosten für Kastration und Implantierung des Microchips ab, aber auf lange Sicht haben die Katzenhalter durch eine frühzeitige Kastration nur gespart.

 

Katzen sind von Natur aus so programmiert, das sie bei jeder Rolligkeit gedeckt werden. Passiert dies nicht, bedeutet dies immer wieder Veränderungen an der Gebärmutter, was auf kurz oder lang zu Gebärmuttertumoren führt. Auch die Gefahr der Scheinschwangerschaft und Dauerrolligkeit ist hier nicht zu verachten!

 

Kater vergrößern wie oben schon geschrieben, gesteuert vom Testosteron, ihre Reviere um das Dreifache. Autounfälle, aggressive Revierkämpfe mit starken Verletzungen und Ansteckung von Krankheiten sind die Folge.

 

Diesen Gefahren und Behandlungskosten kann man vorbeugen, indem die Tiere frühzeitig kastriert werden!

 

Bei unserer Arbeit entdecken wir auch beinahe täglich Vermisstenanzeigen und Fundtier-Anzeigen. Aber aufgrund der wenigen Besitzer, die ihre Tiere kennzeichnen und registrieren lassen,
ist es beinahe unmöglich, gefundene Tiere ihrem Besitzer zuzuordnen.
Letztendlich landen auch diese armen Seelen wieder im Tierheim,
was wiederum verringerte Kapazitäten dort bedeutet.
Durch die Kennzeichnungspflicht wäre jedes registrierte Tier zu seinem Besitzer rückführbar.