Das Tierheim El Gato Andaluz            


   

El Gato Andaluz

An dieser Stelle möchten wir Ihnen unser Projekt in Spanien vorstellen.

 
   

Das Tierheim El Gato Andaluz befindet sich in der ärmsten Region Andalusiens in La Línea de la Concepcion. Von dort aus erreicht man bequem zu Fuss Gibraltar, welches zu England gehört.

Sogar der SPIEGEL berichtete in Deutschland über die Grenzstadt La Linea de la Concepcion und die dort herrschende Armut und Trostlosigkeit.

In der Region Cadiz, wozu der Ort La Linea de la Concepcion gehört, liegt die Arbeitslosenquote bei über 40%. Es ist eine landschaftlich wunderschöne Region, aber die Armut dort bekommen vor allem die Tiere zu spüren.
Für viele Bewohner ist es schier unmöglich, Tiere aufzunehmen oder ihre eigenen Tiere gut zu versorgen. Die Tiere haben Glück, wenn sie im hier beschriebenen Tierheim und nicht auf der Strasse landen.
Da in spanischen Tierheimen (Perreras) früher wöchentlich die Tötung von Tieren von der Stadtverwaltung angeordnet wurde, entschlossen sich einige engagierte Menschen, darunter auch der jetzige Tierheimleiter, Damián Garcia, im Jahre 2010 den Tierschutzverein El Gato Andaluz zu gründen.


Diese wenigen tierlieben Menschen errichteten ohne jegliche staatliche Hilfe ein kleines provisorisches Tierheim, um wenigstens ein paar Katzen vor dem sicheren Tod zu bewahren. Auch eine handvoll spanischer Pflegestellen unterstützen das Tierheim durch die Aufnahme von Notfällen. So hat auch jeder der Tierschützer selbst Notfälle adoptiert.


Direkt neben dem Tierheim befindet sich eine Müllkippe. Durch die im Sommer herrschenden Temperaturen kam es in der Vergangenheit schon mehrfach zu Bränden. Vor 3 Jahren mussten über 100 Katzen evakuiert werden, um sie vor dem Flammentod zu retten. Weil das Tierheim die Feuerwehr zur Hilfe rief, bekamen sie hinterher auch die Rechnung der Feuerwehr für den Einsatz.


Das Tierheim hat eine Auslastung von ca. 100 - 130 Katzen, wobei die Gehege für die Menge an Katzen viel zu klein sind und dringende Renovierungsmaßnahmen erforderlich sind.

Im Jahre 2013 konnte das Tierheim durch die Unterstützung einer Großen Stiftung zwei neue Gehege bauen. Ein neues Gehege ist das FIV - Gehege, mit einen Innen - und Außenbereich. Das zweite Gehege beherbergt die FeLV - positiven Katzen. 

Weiterhin gibt es ein kleines Kittengehege. Darin befindet sich ein kleines Holzhäuschen als Witterungsschutz. 

Dann gibt es 2 Gehege für junge und alte Katzen, welche aber erneuert und vor allem vergrößert werden müssten. In so einem Gehege befinden sich mehr als 30 Katzen, was zu enormem Stress unter den Katzen führt, da es keinerlei Rückzugsmöglichkeiten gibt. 

Viele Katzen kommen traumatisiert im Tierheim an und müssen, nachdem sie auf der Strasse einen Überlebenskampf führten, sich nun schon wieder mit so vielen Futterkonkurrenten auseinandersetzen. Jetzt kurz hintereinander kamen Kater Ringo und Kater Pepito mit dieser Situation gar nicht klar.
Sie hörten auf zu fressen, wurden zur Tierklinik gebracht, wo sie vorübergehend mit einer Sonde ernährt werden mussten. Es gibt auch zu wenige Pflegestellen, weil die schon, wie auch zur Zeit, mit Katze Diana (Krebs an der Nase) oder Kater Hache (wurde von anderen Katzen arg gemobbt, Körper war voller Schrotkugeln) belegt sind.

Katze Chimaira, eine Glückskatze, wurde ohne Schwanz aufgefunden und der Bauch war dick. Man dachte, diese Katze wäre trächtig. Aber bei der Kastration stellte man fest, dass die Gebärmutter voller Eiter (Pyometra) war. Nun hat sich diese Katze ganz gut erholt, wird aber auch in dieser großen Gruppe gemobbt, weil sie anders, eben ohne Schwanz ist.

Für solche schon traumatisierten Katzen sind die Gehege mit den vielen anderen Tieren wieder ein Alptraum.


Eine Adoptantin berichtete vor ein paar Tagen, dass ihre Katze Tessa, die schon seit April 2013 in Nordenham lebt, oft nachts sehr unruhig schläft und Alpträume hat. Diese Katze ist schon aus dem Schlaf wie wild schreiend aufgesprungen. Es gibt auch einen kleinen Schuppen für die Lagerung des Futters, der Spenden und Flohmarktartikel. In diesem kleinen Raum mussten die Katzen früher in kleinen Quarantäne-Käfigen vorübergehend ausharren.

 

Katze Ginna, welche an einer Hirnhautentzündung erkrankte, saß dort ein halbes Jahr. Man konnte sie, auch als es ihr besser ging, nicht in die große Gruppe setzen. Sie litt unter argen Schwindelsymptomen und verbrachte daher Monate in der kleinen Box in diesem Schuppen. Auch wenn man sie liebevoll versorgte, war das doch traurig für die arme Katze!

 

Jetzt gibt es zum Glück auf dem Grundstück eine Quarantänestation mit mehreren Quarantäneboxen, wo alle Neuankömmlinge sowie kranke Katzen untergebracht werden.


Es fehlen aber unbedingt 2-3 kleine Gehege, wo auch behinderte oder genesende Katzen separat untergebracht werden können. Alle Tiere werden auf FIV und FelV getestet, prophylaktisch gegen Parasiten behandelt, gechipt, geimpft und kastriert, wenn sie alt genug sind. 

 

Das Tierheim versucht auch, einige Tiere ins Ausland zu vermitteln, wie z.B. in die Niederlande durch einen Holländischen Verein, nach Deutschland oder England. In Spanien ist es sehr schwer, für erwachsene Katzen ein Zuhause zu finden.

Die ehrenamtlichen Helfer bestehen aus dem Tierheimleiter Damián sowie aus seinen Helferinnen Zori, Ana Mari, Cecilia und Vicky. Allesamt opfern sich tagtäglich für die Tierchen auf, neben ihren Jobs und in ihrer Freizeit.

Mehrere Male im Jahr machen die wenigen Helfer eine Benifiz Flohmarkt für die Katzen, um Geld für die Tierarzt-Rechnungen zusammen zu bekommen.